Grabenlos-News von Katrin Brummermann

Oldenburger Asbestzementleitungssanierungstag traf auf positive Resonanz

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Bildquelle iro

Der erste Oldenburger Asbestzementleitungssanierungstag des iro traf auf positive Resonanz in der Branche. Das Seminar war schnell ausgebucht, was den aktuell großen Informations- und Handlungsbedarf bestätigte. Ein nicht unerheblicher Teil unserer erdverlegten und innerhäuslichen Abwasser- und Trinkwasserleitungen besteht aus Asbestzement (AZ). Erdverlegte Leitungen und Arbeitssicherheit bei deren Sanierung bzw. Instandhaltung waren Hauptfokus der Veranstaltung. Viele weitere Nachhaltigkeitsaspekte der drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales wurden thematisiert. Der Austausch zwischen Teilnehmenden und Vortragenden war intensiv und bereichernd.

Betreiber, Ingenieurbüros und ausführende Unternehmen stehen für unsere Daseinsvorsorge vor großen Herausforderungen zur Reparatur und Sanierung von Leitungen mit Asbestzement auf öffentlichem Grund. Und für Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden, die vor 1993 gebaut wurden, gilt das für erdverlegte und innerhäusliche Leitungen ebenfalls.

Vielfältiges Programm

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und viele andere Aspekte wurden besprochen:

  • Rechtliche Rahmenbedingungen, wie Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), TRGS 519 und REACH-Verordnung und anerkannte emissionsarme Verfahren
  • Klassischer Tiefbau
  • Unterschiedliche grabenlose anerkannte emissionsarme Verfahren, wie vor Ort härtende Schlauchliner, Berstlining und kevlarverstärkte Schlauchliner, aber auch ähnliche bisher nicht von DGUV bzw. IFA anerkannte emissionsarme Verfahren, wie Close-Fit-Lining
  • Reparatur, Sanierung, Instandhaltung, Rehabilitation
  • Verbleib der AZ-Leitungen im Untergrund oder Austausch
  • Entscheidungskriterien regional zuständiger Gewerbeaufsichten
  • Effizienterer Abbau des Sanierungsrückstaus durch übergreifende Abstimmung, wie mit Straßenbaumaßnahmen
  • Perspektiven von ausführenden Unternehmen, Betreibern, des iro e.V. und des Bundesverbands grabenlose Technologien e.V. (BGT)

Erkenntnisse aus dem Seminar

Aktualisierungen und Bündelung anerkannter emissionsarmer Verfahren sind wünschenswert. Ähnliche Verfahren mit vergleichbaren Anforderungen im Hinblick auf die Arbeitssicherheit im Umgang mit Asbestzement bieten Potenzial für die Bündelung. Dazu kann beispielsweise der BGT beitragen

Die verfügbaren Verfahren mit klassischem Tiefbau und grabenlosen Methoden sind alle relevant und haben ihre Daseinsberechtigung. Bei der Auswahl der Verfahren und der Umsetzung konkreter Maßnahmen spielen neben den besonderen Anforderungen bei AZ viele „ganz normale“ Aspekte eine Rolle.

Um den Abbau des Sanierungsrückstaus im Bereich von AZ-Leitungen zu beschleunigen, ist es wünschenswert, Wissensdefizite in der Branche abzubauen und Transparenz zu schaffen. Die verfügbaren Kapazitäten und finanziellen Mittel sollen effizient eingesetzt werden, um unsere Daseinsvorsorge und kritische Infrastruktur zu sichern. Wir haben Verantwortung für nachfolgende Generationen. Die Lösung der aktuellen Probleme soll nicht einfach in die Zukunft verschoben werden. Kurzfristige Maßnahmen sind dringend erforderlich, aber auch eine langfristige Strategie.

Der Umgang mit AZ-Leitungen wird uns noch lange beschäftigen. Das Seminar bot viele Anregungen für Weiterentwicklungen, und die Fortsetzung des Austauschs wird gewünscht – auch die stärkere Berücksichtigung weiterer relevanter Perspektiven.

Der am Ende dieser Nachricht zum Download bereitstehende Artikel aus der bbr 11-2026 enthält mit Stand September 2026 Informationen zum Umgang mit AZ-Leitungen und den Aktivitäten des Bundesverbands grabenlose Technologien e.V. (BGT) bzw. des Vorgängerverbands RSV.

Fazit

Die, die sich rechtzeitig angemeldet und einen Platz bekommen haben, und die Vortragenden haben ihre Teilnahme nicht bereut. Alle konnten ihr Netzwerk erweitern und wertvolle konkrete Informationen und Anregungen für ihre Arbeit im Zusammenhang mit AZ-Leitungen mitnehmen.

Quelle des Fotos: iro

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